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Märkte im 2. Halbjahr 2024 - These 6: Kleine und mittelgroße Kryptowerte übertreffen Bitcoin-Performance

27.06.2024

Tresides Thesen für das zweite Halbjahr 2024 - Meistens kommt es anders, wenn man denkt -

Das Jahr 2024 brachte bisher spannende Entwicklungen für Kryptowerte, insbesondere für den Bitcoin (BTC). Zu Jahresbeginn erhielt der Bitcoin den Ritterschlag der US-Börsenaufsicht SEC: mehrere Spot Bitcoin-ETFs wurden für den Handel zugelassen. Diese ermöglichen ein einfaches und kostengünstiges Investment in die neue Anlageklasse. Bereits nach zwei Monaten erreichten die Zuflüsse die Marke von 10 Milliarden USD – ein Meilenstein, für den der erste Gold-ETF ganze zwei Jahre benötigte. Bisher flossen pro Tag durchschnittlich 140 Millionen USD in die ETFs, was etwa 2.000 BTC und damit dem Fünffachen der täglich neu geschürften Menge entspricht. Dieser Kapitalzufluss wirkte preistreibend und führte Bitcoin im März 2024 auf ein neues Allzeithoch von knapp 74.000 USD.

Im April 2024 folgte ein weiteres bedeutendes Ereignis: das vierte Bitcoin-Halving. Die Block-Belohnung wurde von 6,25 BTC auf 3,125 BTC reduziert, wodurch das Bitcoin Angebot verknappt wurde. Historisch betrachtet hat jedes Halving einen Preisanstieg zur Folge gehabt und führte innerhalb von 1,5 Jahren zu einem neuen Allzeithoch.

Neben diesen Bitcoin-spezifischen Faktoren spielen auch makroökonomische Einflüsse eine wesentliche Rolle für die Kursentwicklung. Ein bedeutender Makroindikator ist die globale M2-Geldmenge. Wie in Abbildung 1 dargestellt, ist diese seit Januar 2020 um 27% gestiegen und hat im April ein Allzeithoch von 104 Billionen USD erreicht. Parallel dazu bewegte sich auch der Bitcoin Kurs auf Allzeithochniveaus. Diese Korrelation deutet darauf hin, dass bei anhaltendendem Geldmengenwachstum das positive Bitcoin Momentum weiterhin bestehen bleiben und Bitcoin auf neue Höhen treiben könnte.

Abbildung 1: Globale Geldmenge (M2) vs. Bitcoin Kurs; Stand: 17.06.2024 | Quelle: Bloomberg, Tradingview
Abbildung 1: Globale Geldmenge (M2) vs. Bitcoin Kurs; Stand: 17.06.2024 | Quelle: Bloomberg, Tradingview

Ein weiteres zentrales Thema ist die Notenbankpolitik. Im zweiten Halbjahr 2024 könnten Zinssenkungen der Notenbanken risikoreichere Anlagen und damit auch den Kryptomarkt beflügeln.

Bitcoin gilt als Pionier unter den Kryptowerten und zeigte in der Vergangenheit oft eine wegweisende Kursentwicklung für kleine und mittelgroße Kryptowerte. Abbildung 2 vergleicht die Preisentwicklung von Bitcoin mit der des gesamten Kryptomarktes ex Bitcoin. Die Grafik verdeutlicht, dass Bitcoin zwar als Vorlaufindikator für alle anderen Kryptowerte fungiert, jedoch in positiven Marktphasen von diesen übertroffen wird. In solchen Zeiten richten Investoren ihren Blick auch häufig auf die kleineren Kryptowerte, die oft durch innovative Anwendungsmöglichkeiten und das Potenzial für außergewöhnliche Renditen bestechen. Ein möglicher Katalysator für die Outperformance der Kryptonebenwerte könnte der baldige Handelsstart des Ethereum-Spot ETFs in den USA sein, was wiederum die Hoffnung auf weitere Krypto-ETFs befeuern dürfte.

Abbildung 2: Wertentwicklung Bitcoin vs. Kryptomarkt ex Bitcoin; Stand: 17.06.2024 | Quelle: Tradingview
Abbildung 2: Wertentwicklung Bitcoin vs. Kryptomarkt ex Bitcoin; Stand: 17.06.2024 | Quelle: Tradingview

Zusammengefasst stehen die Zeichen gut, dass sich Bitcoin im zweiten Halbjahr 2024 positiv entwickeln kann, jedoch von kleineren und innovativeren Kryptowerten noch übertroffen werden dürfte. Wir freuen uns, die Entwicklung des Kryptomarkts mit Ihnen zu diskutieren und stehen für jegliche Rückfragen zur Verfügung.

Im nächsten Artikel werfen wir einen Blick auf die indischen Märkte und erörtern, ob sich die Performance des Aktienmarktes auf der Rentenseite wiederholen wird. Stay tuned!